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Vom Gasthof „Zur Goldenen Krone“ zum Hotel & Restaurant „Thüringer Hof“

Das Hotel & Restaurant „Thüringer Hof“ ist mit seiner über 240 Jahre nachweisbaren Gastronomiegeschichte der älteste, noch in Betrieb befindliche Gasthof aus dem 18. Jahrhundert hier in Bad Frankenhausen. Das Gebäude reiht sich in die großen, stattlichen Häuser ein, die den größten Platz der Stadt – den „Anger“ – umgeben.

1771    Der Schützenhauptmann Johann Philipp Zech erbittet bei der „Fürstlichen Schwartzburgl. Regierung“ um die „Gastgerechtigkeit“ in seinem auf dem Anger gelegenen Wohnhaus. Nach eingehender Begutachtung der Räumlichkeiten durch Abgeordnete des Stadtrates wird die Eröffnung des Wirtshauses genehmigt.

1776    Das erste Inserat zur Existenz des Hotels erscheint im Frankenhäuser Intelligenzblatt – zum damaligen Zeitpunkt noch unter dem Namen „Zur goldenen Krone“ oder nur „Zur Krone“.

1824    Das Wirtshaus erscheint erstmals unter dem Namen „Zum Thüringer Hof“.

1833    Ein Großbrand vernichtet beinah die gesamte Stadt Frankenhausen. Der „Thüringer Hof“ bleibt jedoch verschont.

1881    Der „Thüringer Hof“ wird als „Gasthof ersten Ranges“ eingestuft.

1889    Etwa 200 Gäste und Badetouristen zelebrieren die Einweihung des neu erbauten Saales. Während der Badesaison soll der dem Kurpark zugewandte Saal als Speiseraum dienen. Der Gasthof hat sich mittlerweile zum Hotel etabliert.

Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern wurden seither zu Konzerten, bunten Bällen & Tänzen, Theatervorstellungen, Lieder- & Humoreske-Abenden in das Hotel geladen. Auch die frankenhäuser Vereine und Vergnügungsgesellschaften nutzen die Lokalität rege für ihre Zusammenkünfte, Feierlichkeiten und Festessen.

1910    Der Flottenverein Frankenhausen gibt im verdunkelten Saal des Thüringer Hofs drei kinematographische Vorstellungen: die Geburtsstunde der „Thüringer-Hof-Lichtspiele

1920    Nach der Renovierung der Gasträume ist der „Thüringer Hof“ ab März des Jahres wieder für seine Gäste geöffnet. Die „Thüringer-Hof-Lichtspiele“ entwickeln sich zu einem wahren Anziehungspunkt.

1931    Die Frankenhäuser Pfännerschaft wird Eigentümer der Immobilie und erteilt Ernst Osang die Konzession für das Hotel. Am 22. Mai findet die Eröffnung des vollständig renovierten „Kurhaus-Hotels Thüringer Hof“ statt. Mit der Umgestaltung des Hotel-Saals zur gastwirtschaftlichen Nutzung geht das Ende der „Thüringer-Hof-Lichtspiele“ einher.

1939    Den Gästen des „Thüringer Hofes“ stehen nun insgesamt 23 Betten zur Verfügung. Im Preis für eine Übernachtung sind Licht, Heizung und die Reinigung der Schuhe inbegriffen. Das Hotel bietet darüber hinaus Zentralheizung, eine Garage und einen eigenen Park. Fließendes Wasser kann zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht angeboten werden.

Der derzeitige Pächter erhält die Erlaubnis, bis zu 5 Tische mit Stühlen vor der Gastwirtschaft zu platzieren, um seine Gäste auch im Freien bewirten zu dürfen.

1940    Erste Überlegungen zum vollständigen Abriss und Neuaufbau beschäftigen die Besitzer des „Thüringer Hofs“ zunehmend.

Nach Ende des II. Weltkrieges enteignet der Staat einen Großteil der Betriebe und Einrichtungen von Privatpersonen. Das Hotel wird vom Kommunalen Wirtschaftsunternehmen (KWU) der Stadt Frankenhausen übernommen.

1950    Es folgen aufwendige Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten.

1951    Mit der Absicht, ein Kulturhaus einzurichten, übernimmt bald darauf der Rat der Stadt Bad Frankenhausen den „Thüringer Hof“. Doch noch im gleichen Jahr wird das Hotel zu einer Gaststätte der Handelsorganisation (HO).

1953    Die Bibliothek der Stadt Bad Frankenhausen wird in der oberen Etage des Hintergebäudes untergebracht. Zwei weitere Räume im Erdgeschoss werden 1957 als Kinderbücherei eingerichtet. Bis etwa 1968 wird das Gebäude als Bibliothek genutzt.

So schnell wie im Thüringer Hof die Handtücher ausgetauscht wurden, wechselten auch die Gaststättenleiter in der 20-jährigen Geschichte unter der HO-Verwaltung.

1973    Die Rosenmontagsfeier vom 5. März wird nach Aussagen von Zeitzeugen die letzte Veranstaltung im „Thüringer Hof“. Die Schließung des Hotels erfolgt kurze Zeit später.

1975    Nach einer bauaufsichtlichen Sperrung fällt das historische Wirtshaus in einen fast 16-jährigen Dornröschenschlaf. Zu Feierlichkeiten anlässlich des 450. Jahrestages der Bauernschlacht bei Frankenhausen wird der „Schandfleck des Angers“ mit einem weißen Tuch verhüllt.

1986    Zum Ende des Jahres soll das altehrwürdige Haus „Thüringer Hof“ abgerissen werden. Das Hotel besteht zu diesem Zeitpunkt aus drei Trakten: dem Hauptgebäude, dem Saalbau und dem Bettenhaus.

1990    Im Frühjahr des Jahres wird der neue „Thüringer Hof“ eingeweiht.

1997    Drei Jahre stand das traditionsreichste Wirtshaus Bad Frankenhausens nun ungenutzt im Herzen der Kurstadt. Erst der Stuttgarter Hans Haug, der die Immobilie vom Konkursverwalter der Konsumgenossenschaft Halle im Oktober 1997 gekauft hat, hauchte dem Gebäude wieder neues Leben ein. Der neue Bauherr entscheidet sich dazu, die gesamte Wirtschaft weiter als Hotel zu nutzen. In den oberen Stockwerken werden anstelle von geplanten Wohnungen 24 Hoteldoppelzimmer eingerichtet und ein Fahrstuhl installiert.

1998    Am 17. April wird die offizielle Wiedereröffnung des „Thüringer Hofs“ gefeiert.
Der 28-jährige Pächter Klaus Wiesel beabsichtigt zukünftig auch die Ausbildung von Lehrlingen im Gastronomiebereich.

2000    Der Bau eines 200 Quadratmeter großen Saals ist für Ende Oktober geplant. Bereits im Juli werden die ersten Plätze für das Weihnachtsfest und die Silvesterfeier im Thüringer Hof gebucht. Der Saal soll zur Bewirtung von Reisegruppen und für die Nutzung von Vereinen, Betrieben und Familienfeiern genutzt werden.

2007    Der gelernte Kellner Ralf Dittmann übernimmt den „Thüringer Hof“ mit seinen 22 Gästezimmern.

2013    Gastronom Gordon Keiling übernimmt den Thüringer Hof und beginnt mit der längst fälligen Sanierung des Hauses. Im Zuge der Renovierung entstehen 2 weitere Zimmer in der 4. Etage und das Restaurant, der Saal wie auch die Zimmer erstrahlen in neuem und modernem Glanz.